Geschichte - Lengenfeld

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Geschichte der Ortschaft Lengenfeld

Die Ortschaft Lengenfeld, gelegen an den Ausläufern des Steinwaldes in der nördlichen Oberpfalz, kann auf eine bis weit in das frühe Mittelalter reichende Geschichte zurückblicken.

Lengenfeld, der Name bedeutet "langes Feld, waldfreies Land", wird erstmals in einer Urkunde von 1339 im Egerer Stadtarchiv erwähnt, in der von Abgaben Lengenfelds an das Kloster Waldsassen berichtet wird. Zwischen 1347 und 1434 wechseln die Zugehörigkeiten mehrmals durch Verkäufe und Verpfändungen seitens des Klosters. 1489 begibt sich Lengenfeld mit Waldershof und den anderen umliegenden Orten gegen Zahlung von Abgaben unter den Schutz des Markgrafen von Brandenburg. Dieser Vertrag wird 1770 wegen nicht geleistetem Schutz und erhöhter Abgaben gekündigt.


Das 16. Jahrhundert ist geprägt durch die Zeit der Glaubens- und Kirchenspaltung. Die Bewohner Lengenfelds sind in dieser Zeit gezwungen, dem Katholizismus zu entsagen und wechseln mehrmals zwischen Protestantismus und Calvinismus hin und her.

Nach dem 30jährigen Krieg, der Lengenfeld viel Leid bringt, und dem Wiedereinsetzen der Gegenreformation kommt Lengenfeld im Jahre 1669 wieder unter die Herrschaft der Äbte von Waldsassen.

Nach der Säkularisierung des Klosters Waldsassen wird Lengenfeld durch die Verfassung von 1818 endgültig Bayern zugesprochen. 1819 wird der Gemeinde- und Steuerdistrikt Lengenfeld II bei Groschlattengrün gebildet. Dies ist zugleich die Geburtsstunde der Gemeinde Lengenfeld, bestehend aus den Dörfern Lengenfeld, Manzenberg, Pfaffenreuth und Reutlas.


Eine Kathastrophe bricht am 15. Mai 1893 über die Ortschaft herein. Eine gewaltige Feuersbrunst legt die gesamte Ortschaft bis auf drei Anwesen vollkommen in Schutt und Asche. Durch Hilfeleistungen des Staates und der Nachbargemeinden, sowie den unermüdlichen Einsatz der Dorfbewohner kann der Wiederaufbau des Dorfes im folgenden Jahr größtenteils abgeschlossen werden. 1904 erhält Lengenfeld eine zentrale Wasserversorgung. Eine etwa einen Kilometer südwestlich der Ortschaft gefaßte Quelle versorgt nun die Bewohner, die bisher ihren Wasserbedarf aus dem Dorfbrunnen gedeckt haben, mit den köstlichen Naß.

1911 entsteht der Schulhausneubau. Bis zu ihrer Auflösung und Eingliederung in die Volksschule Waldershof im Jahre 1967, erhalten hier die Kinder der vier Gemeindeorte ihre Schulausbildung.

Am 24. März 1931 beschließt der Kirchenbauverein, auf dem Dorfplatz ein Gotteshaus zu errichten. Im September 1933 beginnt man mit dem Bau und am 05. September 1935 erhält die Kirche ihre Weihe durch den Regensburger Bischof Michael Buchberger.

1949 beginnt in der Gemeinde Lengenfeld das Flurbereinigungsverfahren. Im Rahmen dieser Maßnahmen, die 1964 abgeschlossen sind, werden die schmalen streifenförmigen Grundstücke in den vier Ortsteilen in großflächige Wiesen und Felder umgewandelt.


1957 wird mit viel Eigenleistung die Gemein- schaftsgefrieranlage, die bis vor einigen Jahren noch von ihren Mitgliedern genutzt wurde, gebaut.

1968/69 baut die Raiffeisenkasse Lengenfeld II in Lengenfeld ihre Lagerhalle. Nach der Fusionierung mit der Raiffeisenkasse Waldershof im Juni 1969 wird 1971 eine Zweigstelle der Raiffeisenbank Waldershof in Lengenfeld eröffnet. Bis vor einigen Jahren die Filiale geschlossen wurde, wickelte diese Genossenschaft ihre Warengeschäfte ausschließlich in Lengenfeld ab.

Im November 1972 beginnt man mit der Erweiterung der Wasserversorgungsanlage. Eine neue Quelle wird gafaßt und eine zweite Leitung wird verlegt, die Ortschaft verfügt nun über eine ausreichende Trinkwasserversorgung.

Eine große politische Zäsur im Leben der politischen Gemeinde Lengenfeld findet im Jahre 1976 statt. Im Rahmen der Gemeindegebietsreform wird die Gemeinde Lengenfeld aufgelöst. Die drei Ortschaften Pfaffenreuth, Manzenberg und Reutlas werden am 01. Juli 1976 in die Stadt Markredwitz ind die Ortschaft Lengenfeld in die Stadt Waldershof eingegliedert.

Am 01. September 1977 sucht Lengenfeld eine Naturkatasrtophe heim. Wolkenbruchartige Regenfälle überschwemmen weite Teile der Ortschaft, ein Teil des unteren Weiherdammes wird völlig weggeschwemt.und in manchen Ställen steht das Vieh bis zum Hals im Wasser.


1984 beteiligte sich unser Dorf nach 1963 erneut am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden". Mit viel Eigeninitiative und Engagement verschönern die Einwohner ihr Dorf in den folgenden Jahren. Häuserfassaden werden renoviert ind instandgesetzt, Pflanzungen auf privaten und öffentlichen Flächen vorgenommen und die Infrastrucktur des Ortes verbessert. Lohn dieser vielfältigen Aktivitäten ist der 2. Platz im Rahmen dieses Wettbewerbes auf Bundesebene. Am 4. Februar 1988 erhält die Ortschaft in Berlin aus den Händen des damaligen Bundeslandwirtschaftsministers Ignaz Kiechle die Siegerurkunde und die Silberplakette.

Am 15. Mai 1992 gründeten die Dorfbewohner die Interessengemeinschaft Lengenfeld (IGL). Zweck dieser Vereinigung ist es, die Belange der Einwohner Lengenfelds zu fördern und deren Interessen bei den die Ortschaft betreffenden Problemen (z.B. Abwwasseranschluß, Autobahnbau u.s.w.) nach außen hin zu vertreten. Gleichzeitig hat sich diese Institution als ein die Dorfgemeinschaft integrierendes Element erwiesen.

Im Jahre 2006 wurde dann in Lengenfeld der Kanal gebaut und die Ortschaft wurde gegen den Willen der Mehrheit an das veraltete Abwassersysthem der Stadt Marktredwitz angeschlossen. Die Lengenfelder hatten sich eine moderne, ökologisch sinnvollere und unterhaltsgünstigere biologische Kläranlage seperat für ihren Ort gewünscht.

 
 
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